Geschichte
Es begann alles im Sommer 1965, wenige Wochen nach dem Lichtringhauser Schützenfest. Wolfgang Zobel aus Plettenberg nahm erstmalig Kontakt auf mit Alfred Braunschneider und anderen späteren Mitgliedern. Auf dem Parkplatz der Gastwirtschaft Springob in Neuenhof hörte man interessiert seinen Vorschlag, in Lichtringhausen einen Fanfarenzug zu gründen. Wolfgang Zobel war zu dieser Zeit noch Mitglied des Fanfarenzuges der Plettenberger Schützengesellschaft, der wenige Wochen zuvor anlässlich des Schützenfestes im Dorf aufgespielt und dabei das Interesse auf sich gezogen hatte. Man ging auseinander in der Absicht, in den nächsten Tagen das Interesse an diesem Vorhaben auch bei anderen Jugendlichen zu ermitteln und gegebenenfalls einen neuen Verein zu gründen.
In den darauffolgenden Wochen fanden unzählige Diskussionen, Besprechungen und Versammlungen statt. Nachdem der Schützenverein es abgelehnt hatte, den Fanfarenzug als eigene Abteilung ins Leben zu rufen, wurde dieser am 17. September 1965 in seiner Gründungsversammlung in der Gastwirtschaft Kramer als eigenständiger Verein ins Leben gerufen.
Als besonderes Kuriosum ist zu vermerken, dass Albert Richter der erste Vereinsvorsitzende wurde, obwohl er zu dieser Zeit wegen eines Kuraufenthaltes verreist war und über die Existenz des neuen Vereines und seine Wahl zum 1. Vorsitzenden erst am darauf folgenden Tag unterrichtet werden konnte. Albert Richter nahm die Wahl mit Freuden an und sollte für viele Jahre in diesem Amt verbleiben.
Um den aktiven Übungsbetrieb aufnehmen zu können, mussten zunächst einmal Instrumente angeschafft werden. Dank der Spenden der Mitglieder und einiger Dorfbewohner konnten Fanfaren gekauft werden. Trotzdem konnte nicht jedem Mitglied eine Fanfare zur Verfügung gestellt werden, so dass die vorhandenen Instrumente bei den Übungsstunden von Mann zu Mann gereicht werden mussten.
Durch zusätzliche Geldspenden und verschiedene Aktionen des neu gegründeten Fanfarenzuges konnten letztendlich auch die weiteren notwendigen Anschaffungen finanziert werden. Im Januar 1967 waren alle Vereinsmitglieder schließlich auch mit kompletter Uniform ausgestattet.
Als im Frühjahr 1967 Wolfgang Zobel völlig unerwartet aus dem Verein ausschied, übernahm der siebzehnjährige Walter Kramer den Verein als neuer Zugführer.
Bild des Fanfarenzuges
In den folgenden Jahren wurden die vorhandenen Instrumente durch Paradetrommeln und Bassfanfaren ergänzt.
Im Jahre 1974 wurden einige Trompeten und damit erstmalig Ventilinstrumente angeschafft, womit der Grundstein für eine Entwicklung gelegt wurde, an deren Ende eines Tages ein Verein mit kompletter Blasmusikbesetzung stehen würde.
In der Generalversammlung 1974 beschloss man die Umstellung des gesamten Fanfarenzuges auf Ventilinstrumente, in deren Verlauf alle Mitglieder Noten und Blasinstrumente von Grund auf erlernen mussten, was insbesondere für die älteren Kollegen sicherlich nicht einfach war.
Die Besetzung des Fanfarenzuges wurde im Laufe der Jahre mehr und mehr erweitert. Auf Initiative von Walter Kramer wurde sogar eine Tanzmusik, die >>Big-Band<< gegründet, die 1980 erstmalig öffentlich auftrat.
In der Vereinsversammlung am 25.2.1983 wurde beschlossen, den Vereinsnamen von Fanfarenzug >>Blau-Weiß<< Lichtringhausen in Musikverein >>Blau-Weiß<< Lichtringhausen zu ändern. In dieser Versammlung legte Albert Richter nach ca. 17 Jahren sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Sein Nachfolger wurde Engelbert Rauterkus. Nach fast 20 Jahren, in denen er für den Musikverein sehr viel leistete, legte auch er seinen Vorsitz nieder. Heutiger 1. Vorsitzender ist Christoph Moes.
Besonders erwähnenswert ist, dass Walter Kramer, der als Siebzehnjähriger die Leitung des damaligen Fanfarenzuges übernahm, erst nach 40-Jähriger Amtszeit seine Tätigkeit niederlegte und den Taktstock im Frühjahr 2007 an den heutigen Dirigenten Frederik Linn übergab.
Das Wirken des heutigen Musikvereines beschränkt sich natürlich nicht mehr allein auf die Gemeinde Lichtringhausen. Der Verein gestaltet zudem viele offizielle und nicht-offizielle Veranstaltungen in Nachbargemeinden und ist auch über die Grenzen des Sauerlandes hinaus bekannt.